Wohnwagen - oder wie wir Urlaub neu entdeckten

Wir sind eine Familie - mit drei Kindern! Wenn man dann den Wunsch hat, in Urlaub zu fahren, steht man vor Problemen. Das ist nicht nur finanziell aufwendig! Auch logistisch ist das nicht gerade einfach. Man muß einiges mitschleppen und bei der heuten Gepäckpolitik der Fluggesellschaften kann das u.U. teuer und sogar unmöglich werden wenn man bestimmte Dinge mit in den Urlaub nehmen möchte.

Meine Schwiegereltern sind seit Jahren Wohnmobilisten und so war für uns schnell klar, Campingurlaub auszuprobieren. Das "Projekt Urlaub für die ganze Familie" gingen wir im Jahre 2012 an.
Zuerst buchten wir in Holland an der Küste in den Sommerferien für eine Woche ein Mobilheim und machten dort erste Erfahrungen auf einem Campingplatz. Für mich war das alles neu. Meine Frau kannte sich schon besser aus, da sie mit ihren Eltern schon viele Campingurlaube gemacht hatte.
Diese erste Woche auf dem Campingplatz in Katwijk war der gelungene Einstieg und so begann die Suche nach einem passenden Wohnwagen.

Durch Zufall fanden wir dann "den" Wohnwagen. Es war ein Bürstner Amara 530 TK. Er war zwar schon 17 Jahre alt - aber er war in einem sehr guten Zustand. Er war so ausgestattet wir wir es brauchten. Doppelstockbetten hinten plus zusätzliches Bett damit die Kinder schlafen und spielen konnten. Vorne eine Sitzecke die zum Bett für meine Frau und mich umgebaut werden konnte.
Schnell waren wir uns mit dem Besitzer einig und der Wohnwagen gehörte uns. Bevor wir ihn abholen konnten, mußten wir an unseren Wagen noch eine Hängerkupplung anbringen lassen. Aber auch das war schnell erledigt und so konnte das Abenteuer für uns alle beginnen.

Als der Wohnwagen endlich vor unserem Haus stand, mußten wir ihn noch ausstatten. Geschirr, Besteck, Töpfe, Gläser, Tassen .... usw.
Zum Wohnwagen gehörte ein Vorzelt. Dafür benötigten wir noch Tische und Stühle. Außerdem mußte ich lernen wie ein Vorzelt aufgebaut wird. Schließlich wollte ich nicht so ganz ungeschickt im ersten Urlaub mit dem Wohnwagen auftreten. Mein Schwiegervater und ich suchten uns einen Platz wo wir ungestört und ohne Zeitdruck experimentieren konnten. Überraschenderweise klappte der Aufbau ohne nennenswerte Probleme und so packten wir die Sachen und konnten in den ersten Urlaub starten. 

In den Herbstferien 2012 starteten wir, gemeinsam mit den Schwiegereltern, nach Holland. Kijkduin sollte unser erster Anlaufpunkt werden. Das erste mal ein solches Gespann über eine weitere Strecke zu ziehen, war schon sehr aufregend für mich. Aber da alles sehr gut geklappt hat, hat es natürlich auch Spaß gemacht.
Wohnwagen ausrichten und Vorzelt aufstellen klappten, nicht zuletzt durch die Hilfe meines Schwiegervaters, problemlos.
Auch wenn das Wetter nicht ganz so toll war, war es doch ein schöner Urlaub, der uns in unser Entscheidung bestärkte beim Camping zu bleiben. 

In dieser Woche haben wir festgestellt, was uns im Wohnwagen noch so alles fehlte. Wii haben alles  aufgeschrieben und nach und nach besorgt.

Da ich zwar viel Erfahrung beim Autofahren habe, aber fast keine mit Hänger, reifte in mir der Entschluß ein Fahrsicherheitstraining für Hänger in Grevenbroich beim ADAC mitzumachen. Das machte ich dann im Herbst 2014. Ich kann jedem nur raten, so etwas mal mitzumachen. Es hat nicht nur viel Spaß gemacht, man lernt auch sehr viel. Unter den Augen von Profis kann man alles ausprobieren und bekommt sehr viele Tipps. Ich bin auf jeden Fall nach dem Training mit einem sicheren Gefühl nach Hause gefahren.

Seit dem Sommer 2013 fahren wir in den Sommerferien nach Norddeich. Das ist einfach schön für die Kinder, die sich dort schnell zurecht finden und von Anfang an Spaß haben. Auch die Anreise ist mit 2 - 3 Stunden überschaubar. Mittlerweile haben wir dort Freunde gefunden, mit denen wir uns auf dem Platz treffen.
In den Oster- und Herbstferien fahren wir immer andere Plätze an. Im Moment fahren wir nicht so weit. Das hängt mit den Kindern zusammen, die sich zu sehr langweilen auf der Autofahrt. 

Bis zum Mai 2015 hatten wir einen Mercedes Benz Viano als Zugfahrzeug. Leider hatte der ständig Termine in der Werkstatt. Das vermieste uns sogar den einen oder anderen Urlaub. So entschlossen wir uns, einen VW T5 Multivan zu kaufen. Nun ist er unser treuer Begleiter und hat mit dem Wohnwagen überhaupt keine Probleme. Er ist der perfekte Familienwagen.

Nachdem wir nun doch schon einige Urlaube mit unserem Wohnwagen gemacht haben, stellen wir fest was uns fehlt. Wir haben jeden Urlaub mit dem Wohnwagen genossen. Er ist trocken und alles funktioniert. Dennoch haben wir uns entschieden, einen anderen Wohnwagen zu kaufen. Der Hauptgrund ist sicherlich, dass wir Campingurlaub für uns entdeckt haben - also auch noch viele Jahre so den Urlaub verbringen wollen.
Ein weiterer Grund für den Wechsel ist, dass wir weitere Strecken zurücklegen wollen. Dafür reicht aber der Platz im Bürstner nicht aus. Eine Kurzübernachtung ist problematisch, da während der Fahrt die Betten als Transportfläche u.a. für Tische und Stühle genutzt werden. Das müßte jedes mal ausgeräumt werden.
Hinzu kommt noch, dass wir ohne Vorzelt mit 5 Personen schon grundsätzlich ein Platzproblem haben und da wir auch mal für ein Wochenende weg wollen, ist der Aufbau des Vorzeltes dafür schon recht aufwendig.

Also begannen wir die Suche nach einem anderen, größeren, Wohnwagen.

Bei der Suche nach gebrauchten Wohnwagen mußten wir leider feststellen, dass sie recht teuer sind und dass kaum einer zu uns passte. Wir hätten immer wieder sehr viele Kompromisse eingehen müssen.
Zu Informationszwecken gingen wir zur Caravan 2016. Wir wollten uns informieren, was es so an Caravans gibt und wie sie so ausgestattet sind.
Mit ein paar Mindestanforderungen an Platz und Ausstattung gingen wir über die Messe. Nachdem wir uns einige wirklich schöne Wohnwagen angesehen hatten, haben wir bei der Firma Dethleffs unseren Traumwagen gefunden! Es sollte ein Camper 650 FMK werden. Er hat sofort alle Mindestanforderungen von uns erfült. Hinzu kamen noch einige Sicherheitseinrichtungen und das Design.
Nach einer Woche überlegen sind wir dann nochmal zur Messe und haben ihn bestellt. Nun müssen wir bis März 2017 warten. Das ist der vorraussichtliche Liefertermin. 

Ende März 2017 haben wir unseren neuen Wohnwagen bei der Firma Rauert in Westerstede abgeholt. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, kam ein netter Mitarbeiter und erklärte uns jedes Detail am und im Wagen. Danach haben wir den Wohnwagen an unseren Bus angehängt und die Rückfahrt begann.
Ein wenig aufgeregt war ich schon, denn so einen großen Anhänger habe ich noch nie gezogen.
Schnell spürte ich aber dass es so kompliziert gar nicht ist - es sei denn, man kommt auf der Autobahn in eine Baustelle! 2,50m Breite, da wird jede Baustelle eng! Auch in der Stadt muß man vorsichtig fahren.

Ein weiteres Problem ist die Sicht nach hinten. Mit den normalen Rückspiegeln sieht man nicht viel. Deshalb habe ich Zusatzspiegel am Bus befestigt. Ich wollte sparen und habe mir preiswerte Spiegel im Internet besorgt. Das war keine so gute Idee! Diese wackelten während der Fahrt so stark, dass man nicht allzuviel vom nachfolgenden Verkehr sehen konnte.
Wegen dieser Problematik habe ich mich nun entschlossen, die von vielen erfahrenen Campern empfohlenen, Spiegel von der Fa. Emuk zu kaufen. Im kommenden Urlaub werde ich sie testen. Bei der ersten Montage machten sie aber schon einen guten und stabilen Eindruck.

Mit unserer ersten Tour an die Mosel habe ich auch die neuen Spiegel  von EMUK getestet und bin begeistert. Einfachste Montage und kaum wackeln. Hatte ich mir die doch mal direkt gekauft ....

Die ersten 300km mit unserem neuen Wohnwagen haben wir sicher absolviert. Das Einparken vor dem Haus war Dank des Movers kein Problem. Ohne Mover hätte das wohl kaum so gut geklappt. Allerdings ist Vorsicht beim Fahren mit dem Mover wichtig. Da es sich bei unserem Wohnwagen um einen Tandemachser handelt, kann er nicht wie ein Einachshänger auf der Stelle gedreht werden. Das bedeutet, wenn man nach einer Kurve mit dem Mover wieder geradeaus fahren möchte, "springt" der Wohnwagen ein wenig gegen die zuvor gewählte Fahrtrichtung. Das kann, wenn man zu nah am Haus rangiert, fatale Folgen haben. Wir haben deshalb zuerst ein wenig auf der Straße das Movern geübt.

Nun laufen die Vorbereitungen für unseren Osterurlaub auf dem Campingplatz Landal Sonnenberg in Leiwen an der Mosel. Da der Wohnwagen neu ist, muß alles eingeladen werden - vom Besteck bis zum Vorzelt. Aber soviel Arbeit hat man ja nur beim ersten Mal. Danach wird es immer weniger ...

Nach einiger Übung mit dem Mover klappt es nun wirklich gut. Wir haben jedoch festgestellt, dass das originale Hartkunststoffbugrad beim Movern auf Asphalt sehr leidet. Es sah nach wenigen Kurven und einigen Kanten recht ausgefranst aus. So haben wir es durch ein Luftrad ausgetauscht. Das soll auch bei weichen Untergrund nicht so schnell einsacken.

Bei unserem letzten Urlaub in Leiwen ist unser kleines Vorzelt von Obelink nun endgültig kaputt gegangen. Wir haben uns dann entschlossen, nach einem neuen Vorzelt für unsere Kurztrips Ausschau zu halten. Relativ schnell hat sich bei uns der Gedanken festgesetzt ein Luftzelt zu kaufen. Die Erfahrungen damit waren bei den meisten Campern positiv. Außerdem sind die Luftzelte schnell und einfach aufgebaut. Ein paar Marken kamen dann in die engere Wahl. Es sollte ein kleines Zelt werden, da wir es ja nur für die Kurzurlaube nutzen wollten. Für den Haupturlaub haben wir ja schließlich das große Vorzelt von Brand.
Nach langem Hin und Her haben wir uns für ein Zelt von Kampa entschieden! Es ist zwar nicht klein, aber es ist schnell aufgebaut. Das neue Zelt ersetzt nicht nur das kleine Zelt, es wird auch das große ersetzen, dass wir dann wohl verkaufen werden. Für das Luftvorzelt haben wir dann noch einen Anbau gekauft, der dann aber auch nur aufgebaut wird, wenn wir länger auf dem Platz stehen.